Impfen 2026: Diese STIKO-Empfehlungen wurden angepasst
Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut entwickelt und aktualisiert Impfempfehlungen für Deutschland auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse. Für 2026 wurden unter anderem die Empfehlungen zu Meningokokken, Influenza und RSV angepasst.
Aktualisierungen des Impfkalenders:
Covid
Seit diesem Sommer fällt die Empfehlung der STIKO weg, dass gesunde Erwachsene ab 18 Jahren eine Basisimmunität gegen COVID-19 aufbauen sollten. Mindestens 3 SARS-CoV-2-Antigenkontakte sind also nicht länger nötig.
Außerdem wird die Altersgrenze von 60 auf 75 Jahre angehoben. Hintergrund: Das Risiko für schwere COVID-Verläufe wird mittlerweile insgesamt als gering eingestuft.
Risikogruppen wird weiterhin eine jährliche Auffrischimpfung empfohlen. Diese sollte idealerweise schon im Spätsommer / Frühherbst erfolgen, also vor dem empfohlenen Influenza-Impfbeginn.
Chikungunya
Zum ersten Mal empfiehlt die STIKO Menschen, die in aktuelle Ausbruchsgebiete reisen oder beruflich Chikungunya-Viren ausgesetzt sind, eine Impfung gegen Chikungunya. Es handelt sich dabei um eine Virusinfektion, die durch Mücken übertragen wird und hohes Fieber sowie starke Gelenkschmerzen hervorrufen kann.
Herpes zoster
Die Impfung gegen Gürtelrose wurde bislang erst ab 60 Jahren empfohlen. Nun gilt die Empfehlung auch für Erwachsene mit angeborener oder erworbener Immundefizienz oder schweren chronischen Grunderkrankungen.
Hib
Die Impfung gegen Haemophilus influenzae Typ b war bisher mit wenigen Ausnahmen nur für Kinder unter 5 Jahren empfohlen. Bei Ausbruchsgeschehen erweitert die STIKO die Empfehlung nun auch auf Personen ab 5 Jahren, die ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe haben. Auch die postexpositionelle Chemoprophylaxe (PEP) wurde entsprechend erweitert.
Influenza
Vor dem Hintergrund der weltweiten Verbreitung von H5Nx-Influenzaviren empfiehlt die STIKO die jährliche Grippeimpfung künftig auch für Menschen mit regelmäßigem, direktem Kontakt zu Schweinen, Gefügel, Wildvögeln und Robben.
Meningokokken
Mit der neuen MenACWY-Standardimpfung für 12- bis 14-Jährige – mit Nachholmöglichkeit bis zum vollendeten 24. Lebensjahr – und dem Wegfall der MenC-Impfung im Kleinkindalter richtet die STIKO ihre Meningokokken-Impfstrategie neu aus. Ziel ist ein breiterer Schutz vor den Serogruppen A, C, W und Y im besonders exponierten Jugendalter.
Mpox
Die STIKO empfiehlt die Mpox-Impfung ab jetzt ausdrücklich Personen mit
erhöhtem Expositionsrisiko. Dazu zählen neben Sexarbeitenden vor allem Männer
sowie trans und nicht-binäre Personen mit häufig wechselnden männlichen
Sexualpartnern.
Pneumokokken
Risikopatient:innen im Alter von 2 und 17 Jahren, empfiehlt die STIKO den Pneumokokken-Impfstoff PCV20. Dieser bietet einen breiteren Schutz als die bisher verfügbaren Konjugat-Impfstoffe. Die Anwendung des Polysaccharid-Impfstoffs PPSV23 entfällt vollständig.
RSV
Die STIKO empfiehlt neben proteinbasierten Impfstoffen nun auch den mRNA-Impfstoff mResvia. Vorgesehen ist eine einmalige Impfung für alle ab 75 Jahren sowie für 60- bis 74-Jährige mit bestimmten Grunderkrankungen und für Bewohnende von Pflegeeinrichtungen. Einen bestimmten Impfstoff bevorzugt die STIKO nicht.