Der Blickwinkel erweitert sich, wenn aus digitalen Zielen konkrete Pläne werden

Früher conhIT, heute DMEA: Vom 9. bis zum 11. April fand in Berlin die Fachmesse unter dem Motto „Connecting Digital Health“ statt. Digitale Gesundheitsthemen beschäftigen die Gesellschaft mehr denn je. Doch welche stehen besonders im Fokus von Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung? Silvia Bühler-Toebe, Digitalstrategin bei AllProMed, hat die DMEA besucht und aktuelle Eindrücke gesammelt.

 

Als die Fachmesse für Gesundheits-IT vor elf Jahren gegründet wurde, ging es den Veranstaltern noch darum, die Digitalisierung des Gesundheitswesens maßgeblich voranzutreiben. Mittlerweile ist sie in der Gesundheitsversorgung angekommen. Als Signal der Öffnung für die gesamte digitale Versorgungskette, für alle Entscheider, die an der Gestaltung digitaler Prozesse im Gesundheitssystem beteiligt sind, heißt die Messe daher künftig nicht mehr conHIT ("Connecting Healthcare IT"), sondern DMEA ("Digital Medical Expertise & Applications") – mit dem Untertitel "Connecting Digital Health".

 

Mit dem neuen Namen habe sich auf den ersten Blick nicht viel verändert, berichtet Silvia Bühler-Toebe. "Es waren auch in diesem Jahr wieder über 500 internationale Aussteller in mehreren Hallen vertreten, große Software-Unternehmen ebenso wie junge Start-Ups, und mehr als 10.000 interessierte Besucher, darunter auch viele (angehende) Ärzte. Spürbar war allerdings die ausgesprochen positive Stimmung. Es lag in der Luft, dass gute Ideen heute auch wirklich umsetzbar sind."

 

Auffällig war außerdem der stärkere Austausch unter den Messeteilnehmern – nicht nur an den Ständen, sondern vor allem rund um die zahlreichen Bühnen. Vorträge wurden immer mehr von Diskussionsrunden abgelöst: Wie kann Digitalisierung das Pflegepersonal entlasten? Wie weit ist die Telematik-Infrastruktur? Welche Rolle werden künstliche Intelligenz (KI) und Blockchain in der medizinischen Versorgung spielen? Welche Apps haben eine Zukunft im Gesundheitsmarkt?

 

Zum breiten Themenspektrum der Digitalisierung im Gesundheitswesen gab es daneben auch vielfältige Werkstätten, Workshops, Seminare und weitere interaktive Formate. Eins davon, der "eHealth Hot Seat", empfindet sozusagen die rasante Entwicklung der Digitalisierung nach: Jeder aus dem Publikum vor Ort oder zugeschaltet per Video und Twitter durfte eine Frage stellen, hatte dafür aber nur 30 Sekunden Zeit. Dr. Gottfried Ludewig, Abteilungsleiter für Digitalisierung und Innovation im Bundesgesundheitsministerium, der auf dem heißen Stuhl Platz genommen hatte, blieben dann pro Antwort immerhin 90 Sekunden. Dabei kündigte er beispielsweise das Digitalisierungsgesetz für das zweite Quartal 2019 an.

 

Tempo vorgelegt hat in den vergangenen Jahren die elektronische Patientenakte (ePA), die ab 2021 jedem gesetzlich Versicherten in Deutschland zur Verfügung stehen soll. Auch das e-Rezept steht in den Startlöchern, um die medizinische Versorgung effektiv und nachhaltig zu verbessern. Den Patienten einzubinden gehört bei allen Innovationen zu den zentralen Anliegen der DMEA-Akteure.

 

Wenn Sie Fragen oder konkrete Wünsche zu digitalen Lösungen in Ihrer Praxis haben, sind wir Ihr Ansprechpartner! Sie erreichen uns unter info@allpromed.de oder unter 0 41 54 _ 799 122.